Intervention für «iwernarrisch» im Badhaus St. Gallen, 1.6.-13.6.2008 WC-Rohr, Bleistiftzeichnung, Spitzenvorhang, Lavendeltopf, Türbeschriftung, Audio-Technik
Haymlichkeit ist ein ehemals üblicher Begriff für Toilette. Durch das Drehen der WC-Schüssel um 180° hat nun der Toilettenbenützer freie Sicht auf die Errungenschaften des vergangenen Jahrhunderts.
Das Bedürfnis, Sprache festzuhalten, zu speichern und wieder zu geben, ist alt. Bereits vor mehr als zweitausend Jahren liess ein chinesischer Kaiser eine gesprochene Botschaft in einer Kupferdose übermitteln.
Verschiedene Bleistiftskizzen an der Wand erinnern an die ersten Ideen vom Umgang mit der Speicherung von Sprache. «A record-making machine ist built to capture shaking air.» steht an die Wand gekritzelt. Von irgedwoher kratzt eine Schallplattennadel und hin und wieder ertönt das erste an einem Grammophon abgespielte Lied: «Mary had a little lamb».
«Charles Cros kam und blieb länger als er vor hatte. Jedenfalls, er grübelte lange und ausführlich darüber nach, gesprochene Worte zu konservieren, eine Maschine zu erfinden, die die Flüchtigkeit des Gesagten festhielt ...»